Fahrkarten & Tarife

Das System der London Underground ist ein geschlossenes System, d. h. man muss beim Betreten und Verlassen jeder Station (Ausnahme ist die Docklands Light Railway und National Rail) die Fahrkarte in ein Lesegerät stecken/ über einen Kartenleser führen, damit sich die Barrieren öffnen.

Bei den Fahrkarten gibt es eine große Auswahl, die fast allen Bedürfnissen entgegen kommen. Dadurch hat man natürlich auch die Qual der Wahl. Aber welche Karte soll ich denn jetzt kaufen? Im folgenden werden die besten Angebote für Touristen aufgelistet und erklärt.

Zunächst wird erst mal grob zwischen zwei Kartentypen unterschieden: Dies sind die Papiertickets und die Oystercards (berührungslose Chipkarte).

Das Papierticket

Als Papierticket werden das Einzelticket (Single Journey), Tagesticket (One Day Travelcard) und 3-Tagesticket (3 Days Travelcard) angeboten. Da man als Tourist in der Regel viel in der Stadt herumkommt und auch viel sehen möchte, lohnt sich eine Einzelfahrt nur in den seltensten Fällen, wenn man zum Beispiel nur noch vom Flughafen in das Hotel möchte.

Die einzelnen Preise kann man sich beim Single Fare Finder für die jeweilige Strecke anzeigen lassen. Wegen der untergeordneten Bedeutung wird hier auch
nicht weiter darauf eingegangen. Bei den Tagestickets (im folgenden nur nochTravelcards) kann man zum einen wählen, für welche Zonen die Fahrkarte gelten soll. Die touristischen Sehenswürdigkeiten liegen eigentlich alle in den Zonen 1 und 2, weshalb man als Tourist oft auch nur eine Fahrkarte für diese Zonen benötigt – es sei denn die Unterkunft liegt mal weiter außerhalb. Dabei gilt, je mehr Zonen eine Fahrkarte umfasst, desto teurer wird sie.

Des weiteren unterscheidet man bei den Travelcards zwischen Peak (rush hour oder auch Hauptverkehrszeit) und Off-Peak (außerhalb der Hauptverkehrszeit). Die Peak Travelcards gelten den ganzen Tag, die Off-Peak Travelcards sind erst ab 9:30 Uhr gültig, dafür aber auch etwas billiger. Am Wochenende gelten die Off-Peak Travelcards auch schon vor 9:30 Uhr. Es ist auch zu beachten, dass in manchen Fällen drei einzelne Travelcards günstiger sein können, als eine 3-Tages Travelcard.

Eine Travelcard berechtigt übrigens dazu, alle öffentlichen Verkehrsmittel in den angegebenen Zonen zu nutzen (sie gilt nicht für Taxis!). Lediglich bei den Fährlinien muss man noch bezahlen, bekommt als Besitzer einer Travelcard aber Rabatt.

Das Papierticket ist in jeder Station am Schalter zu erwerben und auch am Automaten. Es ist besonders zu empfehlen, wenn man nicht so oft in London ist und auch nur für eine kurze Zeit dort bleibt. Durch häufigen Gebrauch können die Tickets auch mal beschädigt werden und werden dann von den Lesegeräten nicht mehr korrekt gelesen. In diesem Fall muss man sich beim Stationspersonal melden und bekommt eine neue Karte ausgestellt. Dies ist dann natürlich kostenlos.

DIe Oystercard

Die Oystercard hat seit einigen Jahren in vielen Bereichen das alte Papierticket abgelöst. Die Oystercard ist eine Plastikkarte, die man in der Underground und bei der Overground nur über ein Lesegerät ziehen muss, damit sich die Schranken öffnen. Beim Bus, der Tram, National Rail und der DLR gibt es die Lesegeräte an den Stationen.

 

 

Beim Bus befinden sich die Lesegeräte im Bus (mind. eines beim Fahrer). Bei Underground, Overground, National Rail und der DLR muss man die Karte vor Fahrtantritt und nach Fahrtende über das Lesegerät ziehen, auch wenn keine Schranken vorhanden sind. Sollte man dies nicht machen, kann als Strafe der tägliche Maximalbetrag berechnet werden! Beim Bus und bei der Tram muss man die Karte nur vor Fahrtantritt über das Lesegerät ziehen. Wenn ein grünes Licht aufleuchtet, dann hat alles geklappt. Bei einem rotem Licht sollte man sich an einen Mitarbeiter wenden oder man hat zu wenig Geld auf der Karte.

Die Oystercard kann man zum einen rein als „Pay as you go“ nutzen. Dabei kann man sich auf die Karte einen bestimmten Geldbetrag (max. 90 Pfund) laden. Wenn man eine Fahrt antritt bzw. beim Beenden der Fahrt, wird für die Fahrt ein Betrag von der Karte abgebucht. Besonders bei Einzelfahrten ist die Oystercard teilweise mehr als 50% günstiger, als ein herkömmliches Papierticket. Es wird nun aber nicht immer weiter Geld von der Karte abgebucht, sondern es gibt eine Beschränkung (im engl. „price capping“). So bezahlt man mit „Pay as you go“ maximal den Betrag für eine Day Travelcard für die Zonen, die man bereist hat, wobei man immer 50 pence im Vergleich zum Papierticket weniger bezahlt. Bitte beachten Sie, dass „Pay as you go“ nur auf ausgewählten National Rail Strecken angeboten wird. Diese Strecken finden Sie auf der Webseite von National Rail (auch als map) aufgelistet. Auf solch einer Oystercard ist auch ein Pfand drauf, den man bei der Rückgabe zurück erhält. Nach zwei Jahren ohne Gebrauch wird eine Oystercard automatisch deaktiviert, man kann sie aber ohne Geldverlust in London wieder aktivieren lassen.

Neben „Pay as you go“ besteht die Möglichkeit, sich eine Travelcard auf die Oystercard zu laden. Dies ist erst ab den 7-Day-Travelcards möglich, welche bei Transport for London auch nur noch als Oyster ausgegeben werden. Des weiteren gibt es auch Monats- und Jahreskarten auf der Oystercard. Für eine 7-Tages-Karte benötigt man kein Passfoto.

Zu erwähnen ist auch noch der Bus Pass, der für alle Busse und Trams gilt und mit Oyster 3 Pfund am Tag kostet und ohne Oyster 3,50 Pfund am Tag für Erwachsene.

Eine offizielle Broschüre zur Oyster Card mit Informationen zum Benutzen, gibt es bei Transport for London als PDF-Download. Des weiteren gibt es auch eine Broschüre mit Informationen zu Tickets und den einzelnen Fahrpreisen (beinhaltet auch die Fahrpreise für Kinder).